Losgröße 1 klingt vorerst nicht nach einem spannenden Thema oder?

Falsch gedacht.

Wir verraten euch, warum ihr euch mit dem Begriff der Losgröße besser vertraut machen solltet und warum uns dieser nun immer häufiger unterkommen wird.

Simpel und auf den Punkt gebracht.

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Losgröße einfach erklärt

Eine Losgröße bezeichnet die Menge die produziert werden soll, bevor umgerüstet werden muss um ein neues Produkt zu produzieren.

Kleine Losgröße:

Sind die Losgrößen klein, dann muss häufiger gerüstet werden.

Wenn man häufiger umstellen muss, erhöht das die sogenannte Durchlaufzeit der Produktion.

Die Durchlaufzeit bezeichnet jene Zeit, die ein Produkt braucht um alle Produktionsschritte zu durchlaufen. Vom Anfang, bis zum fertigen Produkt.

Hat man hohe Durchlaufzeiten, kostet das viel Zeit.

In einer Produktion gilt: Zeit = Geld.

Man versucht also oft, kleine Losgrößen (also individuelle Produkte) zu vermeiden und stattdessen große Losgrößen zu produzieren.

Große Losgröße:

Bei großen Losgrößen sind die Durchlaufzeiten niedriger.

Es werden große Stückzahlen produziert, die dann auf Lager gelegt werden.

Das Problem dabei: Die hohen Lagerkosten die dabei entstehen.

Losgröße – das gilt

Je kleiner die Losgröße, desto häufiger der Wechsel zu einem neuen Produkt.

Wechselt man oft zu einem neuen Produkt, muss man auch häufig rüsten (also die Maschine wieder umstellen).

Dies erhöht die Produktionszeit und Kosten.

Ergebnis: Das Endprodukt ist zwar individuell, aber in der Regel auch teuer.

Je größer die Losgröße, desto weniger oft wird auf ein neues Produkt gewechselt.

Dadurch muss man weniger häufig rüsten (also die Maschine umstellen).

Das senkt die Produktionskosten.

Ergebnis: Das Endprodukt ist ein Massenprodukt und in der Regel sehr günstig erhältlich.
Es verursacht jedoch hohe Lagerkosten.

Alles klar, noch dabei? Soweit so gut…

Was heißt nun Losgröße 1?

Von Losgröße 1 spricht man, wenn man als Unternehmen in der Lage ist, Produkte individuell für jeden Kunden zu fertigen und das ohne hohe Kosten beim Umstellen der Maschine.

Im Prinzip also: Individuelle Produkte, schnell verfügbar und zu einem günstigen Preis für Produzenten und Endkunden.

Klingt unwahrscheinlich oder?

Wie soll das also funktionieren?

Ein Beispiel

Um die Losgröße anschaulich darzustellen, gehen wir hier von zwei Extremen aus.

Wenn du einkaufen gehst, kannst du entweder in einen Laden mit großer Auswahl zu sehr günstigen Preisen gehen oder zu einem Schneider und dir dort Maßkleidung fertigen lassen.

Großer Laden – viel Auswahl – günstige Klamotten – große Losgröße

Hier wird viel produziert und auf Lager gelegt.

Klamotten werden im gleichen Stil aber in einer anderen Farbe produziert. In der Regel wiederholen sie sich über das Jahr verteilt immer wieder.

Die Chance, dass dir etwas sofort passt ist eher gering.
Du musst einiges in die Kabine mitnehmen und probieren.
Oder du bestellst dir verschiedene Größen nach Hause.
Als Endkunde kostet es dich viel Zeit die Kleidung auszuwählen.

Den Produzenten dagegen kostet diese Art der Fertigung kaum Rüstzeiten.
Er hat kurze Durchlaufzeiten und fertig Massenware für eine große Kundengruppe.

Schneider – exklusive Auswahl – teure Maßkonfektion – Losgröße klein

Der Schneider nimmt sich die Zeit dich von Hand zu vermessen, jeden Millimeter deines Körpers aufzuschreiben und mit dir Stoffe auszuwählen.
Du entscheidest wie deine Kleidung aussieht und wie sie sich anfühlen soll.
Sie ist individuell an dich und deinen Geschmack angepasst.

Der Schneider selbst hat hohe Durchlaufzeiten denn er widmet sich jedem Kunden individuell.
Von der Vermessung bis zur fertigen Maßkleidung vergeht viel Zeit.

Die Ware ist individuell und einzigartig. Dafür aber auch teurer.

Nun gut.

Am besten wäre doch, wenn wir in der Lage wären uns Kleidung zu kaufen, die uns als Endkonsument auch wirklich passt – ohne Anprobe und zum kleinen Preis. 

Nun ja, das wäre dann eine Fertigung nach dem Losgröße 1 Prinzip.

losgröße 1 twinster

Losgröße 1 bei Kleidung – wie sieht das aus?

Losgröße 1 kann in diesem Fall nur dann funktionieren, wenn der Laden in den du gehst im Sinne einer Smart Factory aufgebaut ist.

Schritt 1: Stell dich in den 3D Body Scanner vor Ort und lass dich automatisch vermessen.

Schritt 2: Wähle vor Ort deinen Stil oder deine Kleidungspräferenzen aus.

Schritt 3: Nimm dir dein individuell gefertigtes Kleidungsstück wenige Stunden später gleich mit.

Vorteile von Losgröße 1 für Unternehmen

  • Spart wertvolle Zeit und Geld
  • Reduziert Lagerkosten auf ein Minimum
  • Erhöht die Kundenzufriedenheit
  • Ermöglicht jedem das zu bieten, was er braucht
  • Verknüpfung der Messungen mit digitaler Kleidung
  • Größenvorschläge für Kunden – rasch und unkompliziert
  • Senkt Kosten der Fertigung
  • Erhöhte Hygiene (vor allem im Unterwäsche- und Bademodenbereich)

Vorteile von Losgröße 1 für Endkonsumenten

  • Nie wieder langes Anstehen vor Umkleidekabinen
  • Man muss ein Kleidungsstück nicht mehr in mehreren Größen probieren um herauszufinden, ob es passt
  • Nie wieder in Kleidung schlüpfen, die zuvor bereits von anderen Personen probiert wurde
  • Frustfreies Shopping im Store und online

Lest hier mehr dazu, warum auch große Marken wie Hugo Boss zukünftig auf individuelle, und vor allem wieder in Europa produzierte Kleidung, setzen. 3D Body Scanning Konzepte und Sizing Algorithmen die bei der Auswahl der richtigen Größe helfen machen es möglich.